Hier habe ich ein paar verschiedene Leseproben aus meinem Buch für euch.

Ich habe nicht Studiert, kann mir keinen Ghostwriter leisten,

und habe auch keinen berühmten Namen ABER ich habe viel Herz, positives denken,

und so einiges an Lebenserfahrung hinter mir.

Jeder Mensch hat eine Geschichte, die es verdient hätte, das man sie aufschreibt.

Ich habe es getan und nun wünsche euch viel Spaß beim Lesen, eure Conny


 

Meine Glücksengel und meine Achterbahn des Lebens


 

Etwas von der Einleitung---

Hallo liebe Leser, mein Name ist, wie ihr euch sicher schon denken könnt, Conny Hermes.

Ich bin ein ausgesprochen fröhlicher Mensch, und ja, ich kann auch sagen, dass ich glücklich bin. Einem kühlen Bierchen bin ich eigentlich nie abgeneigt, ich feiere gerne, liebe das Tanzen und freu mich immer, wenn ich in netter Gesellschaft bin.

Eines meiner liebsten Hobbys ist das Lachen.

Lachen?, werdet ihr fragen. Ist das ein Hobby ... muss man das als Hobby bezeichnen?

Oh ja, das muss man. Lachen ist nicht einfach, und das Leben immer positiv zu sehen,

ist noch schwieriger.

Warum?

Nun, bevor ich euch eine Antwort darauf gebe, möchte ich euch mitnehmen, euch meine Hand anbieten und eine Geschichte erzählen.

Nein, nicht irgendeine blöde, langweilige Geschichte. Es ist eine besondere, es ist nämlich meine Geschichte.

Und wenn ihr meine Geschichte gelesen habt, dann versteht ihr mich vielleicht ein bisschen besser, warum ich das Lachen zu meinen Hobbys zähle, warum es so verdammt schwierig ist, das Leben positiv zu sehen, und vor allem, was es mit Glücksengeln und der Achterbahn auf sich hat.


 

Ich möchte ganz von Vorne anfangen, wobei das nicht so einfach ist, doch ich werde es versuchen.

Mein Vater hat meine Mutter mit drei Kindern im Stich gelassen. Sie heiratete später wieder und brachte noch mal zwei Kinder zur Welt.

Nach der Geburt meines zweiten Kindes wurde ich unheilbar krank. Es war ein jahrelang währender Kampf, der mit verschiedenen Chemos und anderen diversen Medikamenten begann. Auch Nebenwirkungen verschiedenster Art ließen nicht allzu lange auf sich warten.

In dieser schweren Zeit lernte ich meinen zweiten Mann kennen und erlebte das schönste Glück auf dieser Erde kennen: Die unendliche, große Liebe.

Als ich nach Jahren meinen Mann in flagranti mit einer meiner Freundinnen erwischte, brach eine Welt für mich zusammen, und ich machte etwas wirklich sehr Dummes.


 

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der Anfang---

Nun bin ich vierzig Jahre … alt … oder … jung ...?

Und wie die Meisten von uns frage auch ich mich … wo ist sie geblieben ... die Zeit!

Man fragt sich, was habe ich erlebt, erreicht und wie geht es weiter.

Was kommt noch? Oder die Frage aller Fragen:

Habe ich bis jetzt alles richtig gemacht in meinem Leben?

Grübel, grübel …

Mal überlegen, und was kommt dabei raus?

Na, nichts natürlich.

Also, was tut die moderne Frau oder mittlerweile auch der Mann heutzutage?


 

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Liebe, Männer und was das Herz begehrt ---

Nun, wie gesagt, zeigte mir dieser Mann mal wie man richtig küsst und wie Sex mit Liebe verbunden sein kann. Woher kannte so ein junger Mensch so viele Stellungen?

Überlebe ich das? Bin ich so gelenkig? Ich war’s … hehe.

Ist doch schön, wenn man sich weiterentwickelt. Es ist nun mal so im Leben, dass wir uns mit bestimmten Dingen einfach abfinden, weil wir es ja auch nicht besser kennen oder wissen. Und so kam es, wie es kommen musste, wir verliebten uns. Normalerweise wäre ja nun alles gut gewesen. Ich hatte mein geregeltes, schönes, geiles Sex leben und musste dabei meine Freiheit nicht aufgeben, die mir immer noch sehr wichtig war.

Auf eigenen Füssen zu stehen war für mich wie die Luft zum Atmen. Jede Art von Einschränkungen wäre ein kleiner Untergang für mich gewesen. Ich wollte schon damals von niemandem abhängig sein.


 

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Wie es begann---

Es fing ganz schleichend mit Schnupfen an. Na, das ist ja auch nicht wirklich schlimm, nur wenn dabei die eigene Nase so langsam dahin schwindet, oh, oh. Wie gesagt, mein Schnupfen verging nach Wochen nicht, dafür verabschiedete sich meine Nase so nach und nach. Wie heißt es so schön? Wenn etwas geht, kommt was anderes.

Und es kam … und wurde auch immer schlimmer …

Ich bekam schmerzhaftes Ziehen auf meinen Zähnen, das von Tag zu Tag schlimmer wurde. Selbst mein Zahnarzt konnte keine Probleme in meinem Mund feststellen. Auch er wusste keinen Rat und konnte mir deshalb keine Erklärung geben, warum und woher diese schlimmen Schmerzen kamen.

Nachts kam ich kaum mehr zur Ruhe vor lauter Pochen und ziehenden Schmerzen, und tagsüber lief ich dadurch wie behämmert durch die Wohnung und verstand nicht, was da gerade in meinem Mund und meiner Nase ablief. Nach Tagen konnte ich so gut wie gar nichts mehr essen und brauchte mittlerweile auch alle drei Stunden durchgehend eine Schmerztablette, um es überhaupt noch ein Stück weit ertragen zu können. Letztendlich konnte ich es mir nicht erlauben krank zu feiern, und schließlich - nicht zu vergessen – ich war allein erziehende Mutter und brauchte das Geld. Nach etlichen Wochen vermehrten sich meine Schmerzen wie die Karnickel und zogen aufwärts über das gesamte Gesicht. Eine Flut von Eiter floss wie ein Fluss aus meinem Mund und meinen Ohren. Richtig eklig, diese gelbe klebrige Brühe. Damals dachte ich: So, nun ist er weg, mein Italiener. Aber er blieb, was mich doch sehr wunderte.

Im Gegenteil, er küsste und liebte mich weiterhin.

Meine Achterbahn war eine sehr große, und die ging auch sehr steil bergab. Wie ich am Anfang schon mal sagte, man denkt immer, schlimmer kann es nicht mehr kommen … doch es kam.

Die Schmerzen zogen nun Richtung Schultern, so dass ich irgendwann meine Arme nicht mehr nach oben bekam. Wenn ich meinen Pullover ausziehen wollte, musste mir mein sechsjähriger Sohn dabei helfen.


 

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Als mir kein Arzt glaubte---

Als ich nicht mehr aufrecht gehen konnte, rief ich meine damalige Hausärztin an, die auch sofort kam. Sie kannte mich seit vielen Jahren, und deshalb glaubte ich ihr auch, als sie zu mir sagte, ich solle mich nicht kränker machen als ich bin.

Hey, die Frau hat studiert, die muss es doch wissen.

Und deshalb bin ich dann auch weiterhin, trotz Spritzen und endlos vielen Tabletten, zur Arbeit gegangen.

Schmerz ist doch nur ein Gefühl.

Und so kam es dann auch, dass mir dort einige Wirbel aus dem Rücken sprangen.

Was ist das denn?

Meine entsetzte Chefin fuhr mich sofort zu einem Rückendoktor.

Und, nun mal was ganz neues, auch der wusste nichts mit mir anzufangen.

Man gewöhnt sich ja an alles.

Er meinte, dass ich eine Blockade im Nervensystem hätte. Normal wäre das ja nicht, weil man nur eine oder zwei Blockaden hat aber nicht so viele auf einmal , wie bei mir.

War ich denn je normal gewesen?

Und so wurde ich immer wieder und regelmäßig eingerenkt.

Meine Freunde merkten bald wie dünn – hurra - ich inzwischen geworden war und dass ich mich ausschließlich von Schmerzmittel ernährte. Wieder verging ein Monat in denen ich x-mal Ärzte und Krankenhäuser aufsuchte. Ich selbst wollte ja schon gar nicht mehr, aber meine Freunde und meine Familie nahmen oder trugen mich inzwischen dorthin. Mein sechsjähriger Sohn rief in dieser Zeit auch einmal den Krankenwagen an, als er sah, wie ich in der Ecke lag und mich vor Schmerzen krümmte und mir die Tränen ununterbrochen die Wangen herunter kullerten. Die Sanitäter pumpten mich dann mit Morphium voll und fuhren einfach wieder fort und ließen mich voll Gedröhn zurück.

Wie geil, endlich im Land der Träume


 

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wie es mir ging---

Und schon wieder verfrachtete sie mich in ihr Auto und brachte mich in eine Klinik.

Der zuständige Arzt untersuchte mich echt gut. Als er feststellte, dass bei mir wirklich alles wehtat, kam er zu dem Schluss, dass ich nichts hatte. Denn, man beachte seinen Wortlaut, ich sei noch zu jung für eine ernsthafte Krankheit und schickte mich mit dieser Begründung nach Hause.

Jetzt war ich beruhigt.

Hurra … ich habe nichts.

Natürlich bekam ich Tabletten und wieder Morphium tropfen

Nur fliegen ist schöner.

In diesen furchtbaren vier Monaten hatte ich durchgehend alle drei Stunden Schmerzmittel geschluckt, mich mit Morphium voll gepumpt - man hatte mich mit Nadeln durchlöchert und mir über Wochen den Rücken eingerenkt.

Ich war ein Wrack geworden, schwach und hilflos . Ich wusste, dass ich mich nicht mehr um meine Kids kümmern konnte, denn sogar das Gehen war mühsam geworden, und ich konnte keine drei Stufen mehr steigen ohne eine Pause einzulegen. Um meine Haare zu waschen war ich auf Hilfe angewiesen, und all diese furchtbaren Schmerzen wurden einfach immer schlimmer und unerträglicher.


 

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einige Ergebnisse---

Nach den endlosen Qualen der Untersuchungen

wussten die Ärzte endlich, wie groß der Schaden an meinem Körper war.

Ich hatte mittlerweile zwei Löcher von 2,5 – 5 mm in meiner Lunge.

Für die Ärzte war es ein Wunder, dass ich noch so gut Atmen konnte.

Meine Entzündungswerte waren so hoch, dass die Schmerzen eigentlich nicht mehr zu ertragen waren.

Ja, was hab ich denn die ganze Zeit gesagt … verdammt noch mal!

Aus meiner Leber hätte man zwei machen können.

Wen wundert’s, bei so vielen Tabletten?

Mein Popo war so schlimm wund, dass ich nicht mehr auf die Toilette wollte und von meinen Gelenkschmerzen will ich gar nicht mehr reden. Ich konnte weder von alleine aufstehen geschweige den gehen oder duschen noch alleine Essen. Meine Engel mit B in weiß sagten mir, dass es einige Tage dauert, bis das Cortison wirkt. „Cortison?“ Davon hatte ich doch schon mal gehört.

Ist das nicht so ein Dreckszeug, das so dick macht?

Mit dem Schlafen funktionierte es auch nicht, und nachts schwitzte mein Körper so sehr, dass mein Pfleger meinen Nachtkittel ständig wechseln musste

Wäre er besser zum Bund gegangen …

Luft bekam ich ja schon seit Wochen nicht mehr durch die Nase oder durch das, was von der Nase noch übrig war. Vier mal täglich nahmen sie mir Blut ab.

Wusste ich’s doch, es gibt Vampire.

Eines Morgens, als ich Pippi machen musste und in die Kloschüssel schaute, war der Schreck gewaltig. Mein Urin war blutrot, und die ganze Toilette war rot bespritzt.

Hatte da jemand Rotwein rein geschüttet?


 

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Therapien---

Die neue Therapie nannte sich 10mal–Therapie-Fauce-Schema-mit-150-mg-Endoxan.

Für uns Ottonormalverbraucher heißt das also das gleiche Mittel, aber ganz anders dosiert. Was ich täglich an Tabletten zu mir nahm, wurde mir nun alle drei Wochen auf einmal intravenös gegeben.

Mir wurde gesagt, dass so eine Sitzung acht Stunden dauern würde, und sie hatten Recht.

Soll ja auch mal vorkommen.

Ich wusste nicht, was auf mich zukam und wollte es auch gar nicht wissen. Manchmal ist es besser, nicht so viel zu wissen.

Erst wurde eine so genannte Vorspülung gemacht. Noch war ich ganz locker, bis der Beutel mit der Chemo kam. Jetzt wurde ich unruhig und bekam wirklich Angst.

Jeder von uns hat schon mal von Chemotherapie gehört oder gelesen, und die Menschen, die es bekamen, bedauert. Ich gehörte auch mal zu denen, die bedauerten, aber nun war ich das Opfer, der Patient. Ich tröstete mich, indem ich an einige Berichte von Betroffenen dachte. Die haben das auch geschafft, und ich werde es auch.

Diese Chemo ist nicht dein Feind. Nein, sie rettet dir das Leben.

In jedem Raum waren nur vier Patienten, und die meisten davon hatten eine Glatze.

Alle haben sich verstanden und waren nett.

Es war ganz anders, als in einem Restaurant oder in einer Kneipe, wo jeder seinen Platz hat und gleichzeitig Angst, es könnte sich jemand an den gleichen Tisch setzen. Diese Verbundenheit und das Vertrauen, das man sich dort im Krankenhaus schenkte, waren schon einzigartig. Irgendwie saßen wir alle in einem Boot und teilten das gleiche Schicksal. Neben mir saß eine sehr liebe Frau, und wir freundeten uns auch sehr schnell an. Ich meine, dass sie einige Jahre jünger war als ich, und sie war sehr hübsch. Der Turban, den sie auf hatte, stand ihr gut. Sie war alleine dort und merkte schnell, dass ich ein Neuling war.

Ich weiß nicht mehr, was für eine Art Krebs sie hatte, aber wir erzählten auch nicht viel von Krankheiten, sondern redeten über lustige Dinge und lachten viel.

Ja, acht Stunden sind eine lange Zeit.

Da sie auch alle drei Wochen zur Chemo musste, vereinbarten wir mit Absprache der Ärztin wieder den gleichen Tag und Uhrzeit.

Als ich bei meinem nächsten Schuss, drei Wochen später, nach ihr fragte, erfuhr ich, dass sie gestorben war. Ich konnte es … nein, ich wollte es nicht glauben. Diese junge Frau, die sich meiner annahm und mir ein wenig die Angst genommen hatte, war tot. Sie war doch so voller Leben, so hübsch und noch viel zu jung, um jetzt schon auf dem Friedhof zu enden. Von da an hatte ich Angst davor, mich wieder mit jemandem so anzufreunden und schränkte meine Unterhaltungen deshalb ein wenig ein.

Die ersten zwei Chemoschübe hatte ich überhaupt nicht gut vertragen.

Schon in der ersten Nacht ging es morgens um vier Uhr los. Ich reiherte wie aus Kübeln. Ich konnte gar nicht mehr aufhören, so schlecht war mir. Über etwas zu lesen und es tatsächlich zu erleben sind echt zwei paar Schuhe. Ich musste mich volle zwei Tage lang übergeben oder würgen. Schon allein der Gedanke an Essen hatte gereicht, um Brechreiz bei mir auszulösen.

Klar, dass ich natürlich auch extrem starke Kopfschmerzen hatte, und nichts konnte das lindern. Da lag ich nun achtundvierzig Stunden in meinem Bett mit einem Eimer neben mir und wartete,

dass es endlich besser wurde


 

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Erkenntnisse---

Eine schwere Krankheit zu bekommen, muss nicht immer nur negativ sein. Klar, es ist nichts Schönes, mit Sicherheit nicht.

Aber wenn einem das Schicksal übel mitspielt, dann sollte oder muss man das Beste draus machen.

Wir können uns nun von morgens bis abends beklagen und jammern und uns bemitleiden lassen, oder wir erkennen , dass wir dadurch etwas bekommen, das viele Menschen nicht haben, nämlich Weitsicht. Kranke Menschen sind nicht so oberflächlich und verbohrt. Man kann sich immer wieder über jeden Tag, an dem es einem gut geht, freuen, und man erkennt den Wert des Lebens.

Man weiß zu schätzen, was man hat, und erlebt jeden Tag neu. Früher habe ich nie auf Kleinigkeiten geachtet und bin einfach nur im Stress und beim auf -die - Uhr -schauen an den schönen Dingen des Lebens vorbei gelaufen. Heute gibt es kaum einen Abend, an dem ich nicht wenigstens einmal in den Himmel schaue und die Sterne bewundere.

Ich möchte an keiner Rose mehr vorbei gehen, ohne ihren wunderbaren Duft einzuatmen, und wenn ich morgens die Vögel zwitschern höre, erfreue ich mich daran und genieße diese Zufriedenheit. Wenn ich mal einen Penner auf der Straße sehe, ist das für mich kein Loser mehr, sondern ich frage mich, was ihm wohl widerfahren ist, dass er nun auf der Straße lebt

Kennt ihr den Spruch?

Krank zu sein hat auch was Gutes, denn Krankheiten sind Schlüssel zu Toren, die nur Krankheiten öffnen können.


 

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nach sechs Jahren---

Als ich meine Zähne putzte und den Mund mit Wasser ausspülen wollte, ging nichts mehr. Ich sabberte so dahin und Verstand nicht, dass ich das Wasser nicht im Mund behalten konnte. Ich schaute in den Spiegel und traute meinen Augen nicht. Die ganze rechte Gesichtshälfte war gelähmt und hing nach unten. Ich versuchte mit aller Gewalt mein rechtes Auge zu bewegen, aber nichts ging.

Ich versuchte meinen Mund zu bewegen, aber auch dort hatte ich keine Erfolge. Meine Augenbrauen? Nichts. Alles war tot oder eingeschlafen!? Mein Gehör? Was war den mit meinem Ohr?

Ich konnte auf meinem rechten Ohr auch nichts mehr hören.

Oh mein Gott .. warum tust du mir das an?

Hatte ich einen Schlaganfall und hatte es über Nacht hinweg nicht mitbekommen?

Kurz darauf kam die Visite, und völlig aufgelöst zeigte ich ihnen mein Gesicht und Verstand dabei die Welt nicht mehr. Ich war zu jung für einen Schlaganfall und für so eine Scheiße.

Da wird man nicht gefragt.

Völlig schockiert, und so ratlos wie ich, schickten mich die Ärzte zu einigen Untersuchungen und die Gehirnströme wurden gemessen. Nach einigen Stunden hatte man Ergebnisse und teilte sie mir mit.

Durch die enorm schlimmen Endzündungen in meinem Kopf war nun der siebte Gehirnnerv tot. Er war lahm gelegt und wollte seine Funktionen (Motorik) in meinem Kopf nicht mehr übernehmen.

Der siebte Gehirnnerv hatte, wie ich, die Schnauze voll.

Normalerweise bildet sich so was nach sechs Monaten bis einem Jahr langsam zurück

Hey, ich bin doch nicht normal. Ich hab verloren.

So musste ich für vier Tage auf die Intensivstation. Nach meinem ersten Tag dort war mir ganz klar, dass ich dort nicht bleiben würde.

Ich will wieder auf mein Zimmer.

Meine Nachbarin war schon mindestens siebzig und scheintot.

Mein Mittagsessen war alles andere als schön.

Nein, kein Kerzenlicht mit schöner Musik, sondern eine alte Frau, die ihr Geschäft auf einen Topf verrichtete, während ich speisen wollte.

Wer hat denn da noch Hunger?

Nachts wurden mir die Augen zugeklebt, weil die Gefahr zu groß war, über Nacht zu erblinden. Aus einem normalen Glas zu trinken war unmöglich geworden. Ich brauchte immer ein Röhrchen dazu, und selbst das sah zum Schreien aus.

Zombie live.

Manchmal versuchte ich es ohne Röhrchen und sabberte mich und den Tisch dabei völlig zu.

Mein Gott ... ich bin nun fünfunddreißig Jahre alt und kann nicht mehr wie ein normaler Mensch aus einem Glas trinken. Bitte, Lieber Gott - hilf mir und lass es nicht zu, dass meine Kinder, Freunde und Familie mich so sehen.


 

Also beschloss ich von der Intensivstation abzuhauen................


 

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Hoffnung---

Als wir nach Wochen ins Jahr 2003 wechselten, dankte ich dem Universum für all das Glück, das es mir beschert hatte. Ich dankte meinen Engeln, dass mein neues Mittel aus Japan besser als erwartet anschlug, und ich nun nach genau sechs Jahren und vier Monate endlich schmerzfrei war. Ich musste zwar noch weiterhin täglich mein Cortison dazu einnehmen, aber das war das geringere Übel. Glücklich und schmerzfrei, was für ein affengeiles, tolles, super klasse Gefühl.

Juhu!

Wie oft habe ich in all diesen Jahren um dieses Gefühl gebetet, gehofft und darauf gewartet. Es hatte sich also doch gelohnt abzuwarten und nicht aufzugeben. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie es weitergehen würde mit meinem Wegener und diesem noch nicht ausprobierten Spanidin. Klar, ich habe mir auch in dieser Zeit Fragen gestellt, wie es wohl weitergehen würde und was noch kommen sollte.

Oft ist es besser, wenn man es nicht weiß.


 

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.feiern---

Am 17. Januar 2005 feierte ich meinen achten Geburtstag mit meinen besten Freunden.

Wenn man bedenkt, dass ich ohne Chemos schon seit acht Jahren nicht mehr leben würde, ist das doch ein Grund zum Feiern für mich, oder?

Normalerweise würde ich schon verwest, verrottet und zu Staub zerfallen unter der Erde liegen und vor mich hin schimmeln. So dankte ich dem Himmel, dass ich noch immer lebte. Meistens gingen wir einfach in unsere Stammkneipe und tranken ein oder zwei Bier zusammen.

Einer geht noch, einer geht noch rein.

Es ging mir sogar ausgesprochen gut mit meinem neuen Medikamenten. Ich hatte nun schon mehrere Monate hinter mir, in denen ich mir kaum vorstellen konnte, dass ich so krank war.

Kleine Rückfälle waren immer mal der Fall, oder besser gesagt, die Nebenwirkungen machten mir das Leben des Öfteren zu schaffen. Aber im Vergleich zu früher war das ja Pippifax.


 

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Gedanken---

Ich stehe oft mitten in der Nacht auf und rede mit dem Universum.

Ich bete zu Gott, dass er mir einen Weg zeigt und ihn für mich pflastert.

Glücksengel ...?

Was sind eigentlich Engel?

Für mich sind das Seelen, die uns das Universum schickt, um uns auf unserem Weg zu begleiten und zu beschützen. Sie sind immer da, und wenn man genau hinsieht und zuhört, kann man sie ein Stück weit wahrnehmen.

Wenn wir als Menschen an nichts mehr glauben könnten, dann hätten wir doch keine Träume und Ziele mehr.

Zu glauben und zu hoffen hat mir in meiner schweren Zeit sehr geholfen und

doch denke ich oft, dass wir alle aus einem ganz bestimmten Grund hier auf dieser Erde wandeln und es nur eine Weiterentwicklung in unserem Dasein ist. Wenn es nicht so wäre, dann hätte doch alles keinen Sinn. Ich hatte das seltene Privileg, durch Höhen und Tiefen zu gehen und mich selbst dabei kennen zu lernen, mich selbst zu finden und meinen Seelenfrieden nun auch zu genießen.

Ich habe Zeit geschenkt bekommen und nutze sie täglich.

Zu Schreiben war für mich natürlich auch eine mentale Form einer Therapie, um nun selbst vieles für mich abzuschließen und nach vorne zu schauen...


 

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.Wenn ich in mich hineinhorche, frage ich mich hin und wieder...

... was hast du erreicht, und auf was kannst du stolz sein?

Was machte mich zu dem Menschen, der ich heute bin?

Was für Talente oder besondere Hobbys kann ich denn vorweisen?

Grübel, grübel...

Brauche ich denn wirklich immer eine Antwort auf all meine Fragen, oder sollte ich mich nicht mit dem begnügen, was ich habe?


 

Und das wäre?


 

Gesunde, Intelligente und hübsche Kinder, die ich über alles liebe und auf die ich unendlich Stolz bin.

Nicht zu vergessen meine vier Geschwister, die mir soviel tolle Nichten und Neffen beschert haben. Wirklich gute und über Jahre hinweg gewachsene Freundschaften. Mit meinen Freunden kann ich lachen und weinen und kann sie zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen. Es sind Freunde, auf die ich mich immer ganz und gar verlassen kann.


 

Mein Leben ist eine auf- und abgehende Achterbahn, sie hat mir Einblicke ins Leben beschert, die ich niemals vergessen werde und die mich geprägt haben. Ich hatte das Privileg zu lieben und geliebt zu werden, wodurch ich mich weiterentwickelt habe.

Ich hab dem Tod ins Auge geschaut und ihm getrotzt. Meine Krankheit hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin.

Ich durfte eine Welt erleben, die vielen Menschen verschlossen bleibt und sehe die Welt deshalb aus einem ganz anderen Blickwinkel. Ich habe mein Ziel erreicht.

Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, würde ich dann zurückgehen? Definitiv nicht. Nein, ich würde mein Leben genauso noch mal leben. Wenn man all das von sich sagen kann, dann habe ich doch meine Antwort ... oder?

Wenn der Tag kommt, an dem ich gehen muss, dann kann ich im Himmel sagen:

Ich habe mein Leben gelebt, und es war gut!“


 


 


 

Millionen Menschen sterben noch immer an Hunger, Krieg, Krankheiten oder weil sie einfach nur am falschen Platz geboren wurden. Bei all diesem Elend würde ich mir blöde vorkommen, wegen so was aufzumucken. Da mein Medikament noch nicht in Deutschland zugelassen ist, steht es mir laut Krankenkasse und Arzt auch nicht zu.

Selbst wenn ich studiert hätte, wäre ich daraus nicht schlau geworden.


 

Ja, Achterbahn, was meinst du? Fährst du mit mir hoch oder nach unten?................


 


 


 


 


 

Natürlich habe ich auch viel über Gefühle, Männer, Glaube, Ängste und Glück geschrieben.

Über meinen Stiefvater und Kindheit, Leid, liebe und Verzweiflung.

Aber auch was man daraus Lernen kann, wie man damit umgeht,

und es sich immer lohnt zu kämpfen und nach vorne zu sehen.

Wir Menschen sehen immer das was wir nicht haben, und vergessen dabei, was wir haben.


 


 

Vielen Dank für eure Gästebuch Einträge und natürlich bei diesen Leuten,

die sich die Zeit genommen haben um ihre Meinung bei Amazon niederzuschreiben.

Merci, Bussi und Knuddelgrüsse